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Manchmal ist weniger mehr...

Aktualisiert: 18. Apr 2019


Projekt Hof Groß Köris

Beim ersten Treffen mit den Bauherren vor Ort haben alle Beteiligten die Schönheit und das Potential des alten Bauernhofes empfunden. Zum einen beruht dies auf dem Gebäudeensemble, das einen an der Straße gelegenen Hof umringt und aus einem Haupthaus im Osten, einer Scheune im Westen und einem Schuppen im Norden besteht. Zum anderen basiert dies auf dem Zusammenspiel der verwendeten Materialien und der einfachen Details. Altes, grobes Mauerwerk im Inneren, Putz, der bis ganz an die flachen Dachziegel reicht und Holz als Deckenkonstruktion, als Schuppenverkleidung und als einfaches Scheunentor.

Entwurfsaufgabe ist zunächst der Umbau des Haupthauses als Wohnsitz für die Bauherren. Der Umbau der Scheune zu einem Gästehaus und ein Werkstattneubau, der den alten Holzschuppen ersetzt, sollen folgen.

Um die Verbindung des Haupthauses zum Hof zu stärken sind im Erdgeschoss zwei große Fenstertüren links und rechts des bestehenden Foyers eingefügt. Gleichzeitig ist das Haus im Inneren entkernt, so dass drei großzügige Bereiche, das Wohnzimmer im Süden, die Diele mit Bad in der Mitte und die Küche im Norden entstehen. So schafft man von jedem Ort großzügige Blicke durch das Haus, in den Hof und die Umgebung.

Das Obergeschoss entspricht strukturell dem darunter liegenden Grundriss und besteht aus drei Zimmern und einem Bad mit französischen Fenstern und der Galerie in der Mitte. Obwohl der Dachstuhl aufgrund der maroden Bausubstanz komplett neu gebaut werden musste, ist die alte Gebäudeform wieder aufgenommen, um den Charakter des Ortes zu erhalten.

Im Herzen des Hauses jedoch steht der Altbau im Kontrast zu einen modernen, kubischen Baukörper, der durch das Satteldach hindurchgesteckt wurde und die Grundfläche des bestehenden Vorbaus aufnimmt. Die beidseitig angeordneten Fenster sowie das Dachfenster über der Treppe sorgen dafür, dass der im Altbau ehemals sehr dunkle Ort aus allen Richtungen mit Sonnenlicht durchflutet wird. Hier wird gleichsam der unscheinbarste Ort des Altbaus durch einen auch an der Fassade ablesbaren, modernen Befreiungsschlag in den überraschendsten Ort verwandelt.

Die Atmosphäre im Erdgeschoss wird erzeugt durch die Materialität der alten Klinkerwände im Inneren, die im Kontrast steht zu den baulich bedingten, stützenartig anmutenden Putzstreifen und der modernen Holzbalkendecke. Die Decke bildet die Fuge zwischen Alt- und Neubau, die alte Bestandstreppe wurde ergänzt und greift in das neue Obergeschoss ein. Im Obergeschoss ist die Dachkonstruktion in Holz teilweise sichtbar, die weiß gestrichenen Flächen überwiegen.

Im Außenraum wurde das Haus verputzt und im Traufbereich mit einem Gesims ähnlich dem Bestand versehen, der Ortgang ist wie im Bestand bis an die Dachziegel angeputzt. Der durchgesteckte Körper nimmt mit seiner vertikalen Holzschalung die einfache Struktur des Schuppens wieder auf.




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